20 Jahre Berufsausbildung für Leistungssportler an der bbw-Akademie

Eine Spitzensportkarriere währt nicht ewig – jede Sportkarriere endet ein­mal; dies jedoch in den wenigs­ten Fällen plötz­lich und uner­war­tet. Daher kommt beim leis­tungs­sport­li­chen Einstieg von jun­gen Nachwuchsathleten der schulischen/beruflichen Entwicklung eine wich­ti­ge Bedeutung zu.

Für die­je­ni­gen, die nicht den Weg über das Abitur und ein Studium gehen, muss­ten Voraussetzungen ent­wi­ckelt wer­den, die den Erfordernissen einer Mehrfachbelastung gerecht wer­den. Denn bis zur Beendigung der schu­li­schen Laufbahn kön­nen in der Regel jun­ge Leistungssportler ihre Trainings- und Wettkampfanforderungen mit den schu­li­schen Erfordernissen in Übereinstimmung brin­gen. Bei der sich anschlie­ßen­den Berufsausbildung erga­ben sich oft schwer zu lösen­de Konflikte, die in vie­len Fällen zu Entscheidungen gegen den Sport und für die beruf­li­che Laufbahn füh­ren.

Zur Lösung die­ses Problems wur­de im Jahre 2000 für Spitzensportler ein bis dato bun­des­weit ein­ma­li­ges, leis­tungs­sport­be­zo­ge­nes Ausbildungskonzept ent­wi­ckelt. Grundlage für die­sen Modellversuch waren Vereinbarungen zwi­schen der Senatsverwaltung, der IHK Berlin, dem OSP Berlin und der bbw-Akademie. Den Startschuss für die Erstausbildung nahm die Senatorin a.D. für Arbeit, Berufliche Bildung und Frauen, Gabriele Schöttler, vom Senat Berlin vor.

Im Oktober 2000 star­te­te an der bbw-Akademie in Berlin-Karlshorst, einer aner­kann­te Privatschule mit ange­schlos­se­ner kauf­män­ni­scher Berufsfachschule und Fachoberschule, das Modellprojekt >Berufsausbildung für Leistungssportler<. Zunächst erfolg­te die Ausbildung in zwei Ausbildungsberufen, seit 2003 fin­det die­se aus­schließ­lich zum Kaufmann für Groß- und Außenhandel statt. Dieses Modell war das ers­te Projekt deutsch­land­weit mit Bedingungen ana­log der Eliteschulen des Sports, in der Spitzensportler in einer Ausbildungsklasse zusam­men­ge­fasst wur­den.

Die fach­li­chen und prü­fungs­re­le­van­ten Anforderungen wei­chen nicht von den ein­heit­li­chen Vorgaben der dua­len Berufsausbildung ab. Die sport­ge­rech­te Ausrichtung beinhal­tet im Wesentlichen fol­gen­de Flexibilisierungen:

  • Streckung der Ausbildungsdauer von 3 auf 4 Jahre
  • ver­kürz­te Unterrichtszeiten (ca.20h/Woche)
  • ein schul­frei­er Wochentag
  • zeit­li­che Streckung des betrieb­li­chen Praktikums von 1x6 auf 2x3 Monate
  • auf eine Schülerzahl von max. 20 redu­zier­te Klassenstärke
  • Ferienregelung ana­log der Schulen des Landes Berlin

Der Erfolg des Projektes ist nach­hal­tig; es wur­de von ande­ren Olympiastützpunkten mit Erfolg „kopiert“.

Ein gro­ßer Dank an Dr. Andreas Forner/Geschäftsführer und Frau Martina Zemmrich/Projektleiterin sowie an das gesam­te Lehrerteam.