Saisonrekordkulisse sieht VfB-Sieg in Berlin

6.261 Zuschauer in der Berliner Max-Schmeling-Halle beka­men am Mittwochabend ein wür­di­ges „Duell der Giganten“ zu sehen, bei dem die BR Volleys gegen den VfB Friedrichshafen mit 1:3 (23:25, 25:22, 17:25, 29:31) den Kürzeren zogen. Sechs Matchbälle konn­ten wacker kämp­fen­de Berliner abweh­ren, bevor die Männer von Vital Heynen sich zum Auswärtssieg block­ten. Mit acht Punkten Vorsprung für die Häfler ist damit eine Vorentscheidung in der Bundesliga Hauptrunde gefal­len.

Ein hoch­mo­ti­vier­ter Georg Klein rutsch­te gegen sei­nen Ex-Verein in die Startformation und begann neben den Stammkräften Paul Carroll, Robert Kromm, Steven Marshall, Pierre Pujol, Graham Vigrass und Luke Perry. Aufseiten des VfB fehl­ten Tomas Kocian und Jakob Günthör krank­heits­be­dingt.

Vom ers­ten Punkt an ent­wi­ckel­te sich das erwar­te­te Szenario. Der sehr selbst­be­wusst auf­tre­ten­de VfB such­te mit sei­nen Float-Aufschlägen nahe­zu aus­schließ­lich Kapitän Kromm in der Annahme und mach­te selbst kaum Eigenfehler. Die Berliner fan­den dage­gen zunächst kein Mittel, mach­ten es dem Gegner mit Netz- oder Angriffsfehlern zu ein­fach (3:8, 5:12). Erst Mitte des Auftaktsatzes häuf­ten sich die guten Abwehraktionen bei Pujol & Co und eine Aufschlagserie von Vigrass sorg­te für neue Spannung (14:17). Mit zwei wich­ti­gen Blockpunkten des Kanadiers gelang dem Hauptstadtclub nach zwi­schen­zeit­li­chen sie­ben Punkten Rückstand sogar noch der Ausgleich, doch den ers­ten Satzball schnapp­te sich der VfB. Kromms ers­ten Angriff krat­zen die Gäste spek­ta­ku­lär vom Hallenboden, den zwei­ten setz­te er ins Aus (23:25).

Mit einem geschenk­ten Punkt von Vital Heynen (Rot für den Gästetrainer zu Satzbeginn) star­te­ten die BR Volleys in den nächs­ten Durchgang und nah­men die­sen Schwung direkt mit. Das ers­te Break gelang nach einer Korrektur von Schiedsrichter Joachim Mattner (6:4), wei­te­re folg­ten, als Marshall die Abwehrformation fein aus­guck­te und Vigrass danach schon wie­der block­te (10:6). Die auf­kom­men­de Gegenwehr erstick­te wie­der­um der Berliner Mittelblocker und kurz danach auch Carroll mit Assen zunächst im Keim (18:12). Dennoch kämpf­ten sich die Häfler nach Annahmeschwächen der Gastgeber zurück (24:22). Eine Seltenheit besie­gel­te den Ausgang des zwei­ten Satzes: Sossenheimer setz­te sei­nen Aufschlag ins Netz (25:22).

Ein ste­ti­ges Abtasten ent­wi­ckel­te sich im drit­ten Satz (7:7, 10:10), bis der Pokalfinalist als ers­ter den Druck erhö­hen konn­te. Der Service des star­ken Sossenheimer brach­te die Berliner Annahme in Bredouille (11:14). Mit den Einwechslungen von Adam White und Aleksandar Okolic ver­such­te Reynolds eine Wende ein­zu­lei­ten, aber zwei beein­dru­cken­de Blocks der Gäste ent­schie­den den drit­ten Satz end­gül­tig (14:22). Protopsaltis mach­te kur­zen Prozess (17:25).

Nun leg­ten die BR Volleys einen Blitzstart hin, block­ten gleich mit Kromm und Klein ins­ge­samt drei­mal (7:2), aber der VfB hat­te mit star­ker Abwehr die pas­sen­de Antwort (12:12). Über 6.000 Zuschauer wur­den Zeugen eines dra­ma­ti­schen vier­ten Satzes. Auf ein Ass von Kromm (18:16) folg­te das schnel­le Re-Break. Die ers­ten Matchbälle schnapp­ten sich die Heynen-Schützlinge. Sechs von der Sorte konn­ten Kromm & Co mit siche­rer Annahme abweh­ren. Den sieb­ten schlug der Kapitän dann zur Enttäuschung der groß­ar­ti­gen Kulisse in den Block (29:31).

Der Spielführer auf der ande­ren Seite, Simon Tischer zeig­te sich zufrie­den: „Das Ergebnis ist sen­sa­tio­nell. Am Ende haben Kleinigkeiten und ein wenig Glück das Spiel ent­schie­den, obwohl wir auf dem Zahnfleisch lie­fen. Einige Spieler haben gefehlt, ande­re sind ange­schla­gen ins Match gegan­gen. Wir haben teil­wei­se nicht so gespielt, wie wir uns das vor­ge­nom­men hat­ten, haben Berlin oft zu schnell zu Punkten kom­men las­sen. Irgendwann konn­ten wir die Ballwechsel wie­der lang hal­ten und die BR Volleys zu Fehlern zwin­gen. Dazu die ein oder ande­re unmög­li­che Abwehr und so gewinnst du dann.“

Georg Klein zeig­te sich trotz der ver­dien­ten Niederlage kämp­fe­risch: „Man hat gese­hen, dass wir uns mitt­ler­wei­le auf einem Level mit Friedrichshafen befin­den. Ich glau­be fest dar­an, dass wir sie in die­ser Saison noch schla­gen kön­nen. Wir kön­nen uns noch immer stei­gern, wäh­rend Friedrichshafen in mei­nen Augen ihr abso­lu­tes Toplevel erreicht hat. Uns ist Vitals Taktik bekannt, dar­auf müs­sen wir uns ein­fach noch bes­ser ein­stel­len.“ Nun müs­sen die BR Volleys aber wie­der aus­wärts bestehen. In der Champions League war­ten die Spacer’s Toulouse (30. Jan um 20.00 Uhr).

 

Pressefoto: Eckhard Herfet