Nachwuchssportlerin des Monats Februar - Pauline Pfeif

Pauline Pfeif: Spaß am Adrenalinkick

Die Leistungen der 16 Jahre alten Turmspringerin Pauline Pfeif aus Berlin erre­gen auch inter­na­tio­nal schon Aufsehen.

Kraft, Schnellkraft und Beweglichkeit, all das lässt sich her­vor­ra­gend trai­nie­ren. Anders sieht es mit der wich­tigs­ten Eigenschaft aus, die man als Turmspringerin mit­brin­gen muss: viel Mut. Wenn die Barriere im Kopf erst ein­mal da ist, bekommt man sie schwer wie­der weg. „Man darf in unse­rer Sportart defi­ni­tiv kein Angsthase sein“, sagt Pauline Pfeif. Turmspringen ist nicht unge­fähr­lich. Wer aus zehn Meter Höhe unsau­ber auf das Wasser auf­kommt, dem bleibt danach erst ein­mal die Luft weg.

Mit fünf Jahren ers­te Sprungversuche

Trotzdem emp­fin­det die 16-Jährige kei­ne Furcht, wenn sie bis zur höchs­ten Stufe des Sprungturmes hin­auf­klet­tert, son­dern vor allem Vorfreude. „Es ist jedes Mal ein gro­ßer Adrenalinkick“, sagt sie. Pauline war fünf, als sie im Kita-Schwimmkurs ihre ers­ten Sprungversuche unter­nahm. Anfangs sprang sie nur vom Ein- und Drei-Meter-Brett. Bald stell­te sie fest, dass sie zu Höherem beru­fen war. Mittlerweile ist sie dut­zend­fa­che deut­sche Meisterin im Nachwuchsbereich; den jüngs­ten Titel gewann sie erst vor andert­halb Wochen vom Turm. Obendrein wur­de die Wasserspringerin nun auch noch zu Berlins Nachwuchssportlerin des Monats Februar gewählt.

Pauline Pfeifs größ­ter inter­na­tio­na­ler Erfolg war 2018 der Gewinn der Bronzemedaille bei der Jugend-EM in Helsinki, nach­dem sie ein Jahr zuvor als Vierte noch knapp am Podium vor­bei­ge­sprun­gen war. „Ich will immer mein Bestes geben, aber manch­mal will ich dann zu viel, und dann ver­mas­se­le ich es“, sagt sie. Es gehört aller­dings wohl zu ihren größ­ten Stärken, dass sie so schnell nicht klein bei­gibt. Diese Qualität zeig­te sich auch in Helsinki, wo sie im Vorkampf als Elfte unter den Erwartungen geblie­ben war. Die anschlie­ßen­den Worte ihres Trainers waren nicht schön, aber sie zeig­ten Wirkung – im Finale schob sich die Berlinerin auf den drit­ten Rang nach vorn.

Ihr Trainer sieht sie schon 2020 in Tokio

Auch in die­sem Jahr peilt Pauline Pfeif bei der Jugend-EM wie­der eine Medaille an. Dafür trai­niert sie beim Berliner TSC bei Trainerin Anne-Kathrin Hoffmann und unter ande­rem zusam­men mit Olympiateilnehmerin Elena Wassen. Anders als die­se ver­zich­tet Pauline auf das Synchronspringen, kon­zen­triert sich ganz auf den Einzelwettbewerb. Notgedrungen, wenn man so will, denn es gibt kei­ne pas­sen­de Partnerin, die ihre spe­zi­el­le Schraubentechnik beherrscht. Längst tritt sie auch gegen die Erwachsenen an, war im Sommer 2018 deut­sche Vizemeisterin vom Turm.

Am ver­gan­ge­nen Wochenende wur­de sie bei den inter­na­tio­na­len deut­schen Meisterschaften Dritte. „Ich bin gut auf­ge­stellt, um mich auch gegen die Großen zu behaup­ten“, sagt sie. Langfristig lau­tet das Ziel Olympia. Pauline selbst sieht sich eher für Paris 2024 an der Reihe. Von Landestrainer Andreas Hampel hat sie neu­lich aber gehört, dass er sie durch­aus auch schon für 2020 in Tokio auf der Rechnung hat.

Text: Philip Häfner \\ Berliner Morgenpost | Foto: camera4

 

Die Projektpartner AOK Nordost und Berliner Sparkasse prä­sen­tie­ren die Wahl zum Nachwuchssportler des Monats. Die Leser von berlin-sport.de haben abge­stimmt. Pauline Pfeif (Wasserspringen) wur­de dabei zur Nachwuchssportlerin des Monats Februar gekürt. Sie konn­te sich gegen Lisa Truong (Gewichtheben) und Robert Löwenherz (Eiskunstlauf) durch­set­zen und darf sich nun über 200 Euro Preisgeld freu­en.