Magische Momente beim dritten ISTAF INDOOR

Rekorde im Minutentakt und drei deut­sche Siege

Diesen Abend wird so schnell kei­ner der 12.648 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena Berlin ver­ges­sen. Und von den Athleten schon gleich gar kei­ner. Beim drit­ten ISTAF INDOOR, dem welt­größ­ten Hallen-Meeting der Leichtathletik, pur­zel­ten die Rekorde nahe­zu im Minutentakt. Fünf Jahresweltbestleistungen, fünf natio­na­le und fünf Meetingrekorde ste­hen in der Bilanz. Weitgehend unbe­kann­te Athleten kata­pul­tier­ten sich ins Rampenlicht - und als emo­tio­na­ler Höhepunkt fei­er­te Lokalmatador Robert Harting sein Comeback. Und wie!

 

Um Punkt 20.30 Uhr und unter dem tosen­den Applaus der über 12 600 Zuschauer in der aus­ver­kauf­ten Arena betrat Robert Harting wie­der die gro­ße Sportbühne. Vor sei­nem sechs­ten und letz­ten Versuch lag der Berliner auf dem fünf­ten Platz, dann schleu­der­te er den Diskus auf star­ke 64,81 Meter und sicher­te sich den Sieg beim drit­ten ISTAF INDOOR. „Es kann kein schö­ne­res Comeback geben", sag­te der sicht­lich beweg­te Robert Harting - und bedank­te sich bei sei­nen Fans in der Berliner Arena: „Das bleibt immer im Herzen." Platz zwei beim ISTAF ging an Robert Hartings jün­ge­rer Bruder Christoph, der eben­falls über­zeug­te (64,34 m).

 

Zuvor war die 21-jährige Deutsche Alexandra Wester in die Herzen des Berliner Publikums gesprun­gen. Angefeuert mit La-Ola-Wellen stei­ger­te die Kölnerin ihre Bestleistung gleich um 23 Zentimeter: 6,95 Meter - Hallen-WM-Norm, Meeting-Rekord, Weltjahresbestleistung! Besser als Alexandra Wester waren in der Halle über­haupt erst zwei deut­sche Weitspringerinnen: Heike Drechsler (7,37 Meter), die auf den Rängen mit­fie­ber­te, und Helga Radtke (7,09). Melanie Bauschke (LAC Olympia 88 Berlin) erziel­te bei ihrem Heimspiel 6,51 Meter.

 

Im Stabhochsprung tri­um­phier­te über­ra­schend der Brasilianer Thiago Braz da Silva. Der 22-Jährige gewann mit Südamerikarekord von 5,93 Metern und ver­wies Olympia- und Vorjahressieger Renaud Lavillenie auf den zwei­ten Platz. Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe lan­de­te mit 5,77 m auf Rang drei.

 

Über die 60 m ver­tei­dig­ten Kim Collins und Weltmeisterin Dafne Schippers ihre Vorjahrestitel. Der 39 Jahre alte Routinier aus St. Kitts und Nevis setz­te sich in 6,53 Sekunden zum drit­ten Mal in Serie beim ISTAF INDOOR durch. Der Deutsche Julian Reus und Mitfavorit James Dasaolu aus Großbritannien schie­den nach Fehlstarts aus. 200-Meter-Weltmeisterin Dafne Schippers aus den Niederlanden gewann die 60 Meter in der Jahresweltbestzeit von 7,00 Sekunden, damit hat­te sie noch ein­mal ihren erst kurz zuvor im Vorlauf auf­ge­stell­ten Meeting-Rekord getoppt (7,04 Sekunden).
Fantastisch lief es auch für den Franzosen Dmitri Bascou, der über 60 Meter Hürden (7,41 Sekunden) fran­zö­si­schen und Meeting-Rekord sowie Weltjahresbestzeit lief. Favorit und Vorjahressieger Orlando Ortega (Spanien) hat­te das Nachsehen.

 

Für den drit­ten deut­schen Erfolg an die­sem magi­schen Abend sorg­te Cindy Roleder. Die Hürdensprinterin, Silbermedaillen-Gewinnerin bei der WM 2015, gewann das Finale über 60 Meter Hürden in 7,96 Sekunden und war rest­los zufrie­den: „Ich bin so gern in Berlin. Die Stimmung war phä­no­me­nal, noch bes­ser als im ver­gan­ge­nen Jahr. 7,96 Sekunden - das ist eine bom­bas­ti­sche Zeit. Ich bin abso­lut happy."

 

Meeting-Direktor Martin Seeber: „Sensationell, das war unser bes­tes ISTAF INDOOR und ist kaum noch zu top­pen. Unser Format mit Showelementen und der Nähe zu den fan­tas­ti­schen Zuschauern pusht die Athleten zu abso­lu­ten Top-Leistungen. Das Feedback von den Sportlern ist durch­weg posi­tiv, alle schwär­men. Das ist eine tol­le Bestätigung für unse­re Arbeit."

 

 

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