Peking 2022: Ergebnisse der Berliner Olympioniken

Das Team Berlin war mit zehn Akteuren (7 Männer, 3 Frauen) in Peking ver­tre­ten. Diese gin­gen in drei Sportarten - Eiskunstlauf (3), Eisschnelllauf (3) und Eishockey (4) - an den Start. Für Claudia Pechstein waren es die ach­ten Olympischen Spiele und für Paul Fentz (Eiskunstlauf), Michelle Uhrig (Eisschnelllauf), Jonas Müller, Marcel Noebels und Leonhard Pföderl (Eishockey) waren es nach Pyeongchang 2018 die zwei­ten Olympischen Spiele. Ihr Olympiadebüt fei­er­ten Minerva Hase/Nolan Seegert (Eiskunstlauf), Felix Rijhnen (Eisschnelllauf) und Mathias Niederberger (Eishockey).

Informationen/Ergebnisse - Berliner Olympioniken:

Jonas Müller, Mathias Niederberger, Marcel Noebels und Leonhard Pföderl
Eishockey Männer

Vier Jahre nach dem sen­sa­tio­nel­len Gewinn der olym­pi­schen Silbermedaille in Pyeongchang schei­ter­te das deut­sche Eishockey-Team in Peking schon früh. In der Vorrunde gewann Team D von vier Spielen ledig­lich das gegen China mit 3:2. Demgegenüber ver­lor die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm gegen die USA (2:3), Kanada (1:5) und Slowakei (04). Damit ver­pass­te der WM-Vierte von 2021 das Minimalziel – Viertelfinale. Sportdirektor Künast mein­te: „Es war ein­fach nicht unser Turnier, das kann man ja nicht schön­re­den“. Der Berliner Marcel Noebels füg­te an: „Wir set­zen uns Ziele, und das Ziel war sicher nicht, so früh raus­zu­flie­gen. Ich hof­fe, dass wir bei der WM wie­der angreifen.“

Gold Finnland | Silber ROC | Bronze Slowakei

 

Paul Fentz - Eiskunstlauf
Team-Wettbewerb

Den Teamwettbewerb im Eiskunstlauf ver­pass­te das Duo Nolan Seegert/Minerva Hase auf­grund eines posi­ti­ven Corona-Tests von Nolan. Paul Fentz star­te­te als ers­ter deut­scher Athlet vor der Eröffnungsfeier in die­sen Wettkampf. Dabei kam er im Kurzprogramm Einzel Männer nur auf den neun­ten und damit letz­ten Platz. Zum Rocksong „Wire to wire“ ließ er die geplan­te Kombination aus vier­fa­chem und drei­fa­chem Toe-Loop aus, auch der drei­fa­che Axel gelang nicht wie gewünscht. Als Grund für sei­ne miss­lun­ge­ne Peking-Vorstellung nann­te er unmit­tel­bar danach "Nervosität". Das deut­sche Team als ins­ge­samt Neunter konn­te sich nicht für das Finale der bes­ten Fünf qualifizieren.

Gold ROC (vor­be­halt­lich) | Silber USA | Bronze Japan

 

Minerva Fabienne Hase/Nolan Seegert - Eiskunstlauf
Paarlauf

Nolan Seegert wur­de bei der Ankunft in Peking posi­tiv auf das Virus getes­tet und muss­te für 10 Tage in ein Quarantänehotel. Dort war kaum an ein inten­si­ves Training zu den­ken. Im Kurzprogramm zeig­te das Paar bis auf ein Element alle gefor­der­ten Komponenten und erreich­te mit dem 14. Platz das Finale. Nach meh­re­ren Stürzen und abge­bro­che­nen Hebungen fiel das Paar mit 149,69 Punkten auf den 16. Platz zurück. Nolan spür­te die Spätfolgen sei­ner zehn­tä­gi­gen Corona-Quarantäne und war weder kon­di­tio­nell noch men­tal in der Lage, sei­ne Partnerin wie gewohnt über das Eis zu füh­ren. »Irgendwann ging es nicht mehr wei­ter. Es war schwer«, sag­te Seegert. »Wir haben bis zum Schluss gekämpft, doch dann war irgend­wann der Akku leer«, klag­te auch Hase. »Es ist nicht das Günstigste, wenn man in Topform anreist und dann der Partner in die Quarantäne muss«.

Gold Sui Wenjing/Han Cong (China) | Silber Jewgenija Tarassowa/Wladimir Morosow (ROC) | Bronze Anastassija Mischina/Alexander Galljamow (ROC)

 

Claudia Pechstein - Eisschnelllauf
3.000 Meter

Bei ihrem ers­ten Start blieb sie über die 3.000 m wie erwar­tet ohne Medaille. Einen Tag nach ihrem Auftritt als deut­sche Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier in Peking lan­de­te die (damals noch) 49 Jahre alte Berlinerin mit 4:17,16 Minuten auf dem 20. Platz. Für sie gab es den­noch Grund zur Freude. "Es wer­den weni­ge ver­ste­hen, dass ich mit die­ser Platzierung noch strah­len kann. Aber das tue ich, weil ich ganz stolz dar­auf bin", sag­te die über­glück­li­che Pechstein im Anschluss: "Es war ein Sieg für mich."

Gold Irene Schouten (Niederlande) | Silber Francesca Lollobrigida (Italien) | Bronze Isabelle Weidemann (Kanada)

Massenstart
Beim Olympiadebüt Im Massenstart in Pyeongchang 2018 beleg­te Claudia Platz 13. Auch drei Weltcupsiege errang sie in die­ser noch jun­gen Disziplin.
Im Halbfinale von Peking über 16 Runden über­quer­te Claudia als sechs­te die Ziellinie und qua­li­fi­zier­te sich somit für den Endlauf. Mit Startnummer 13 ging sie ins Finale und sicher­te sich bei der zwei­ten Punktwertung drei Punkte. Am Ende beleg­te sie einen acht­ba­ren neun­ten Rang. Damit ende­ten ihre ach­ten Olympischen Spiele mit einem Erfolg.
"Seit 2002 lau­fe ich von Olympia zu Olympia. Zuletzt auch von Jahr zu Jahr. Eisschnelllauf ist mein Leben. Sport ist mein Leben", beton­te sie.

Gold Irene Schouten (Niederlande) | Silber Ivanie Blondin (Kanada) | Bronze Francesca Lollobrigida(Italien)

 

Michelle Uhrig – Eisschnelllauf
1.500 m
Mit einer Zeit von 2:00,20 Minuten beleg­te Michelle über 1.500 m der Frauen den 25. Platz unter 30 Starterinnen. Zehn Monate nach Operationen an bei­den Knien als Folge eines Radunfalls war sie den­noch zufrie­den mit ihrem Rennen. "Das war der bes­te Lauf der Saison, und das zum rich­ti­gen Zeitpunkt, zu den Olympischen Spielen. Besser hät­te es nicht lau­fen kön­nen." sag­te Michelle.

Gold Irene Wüst (Niederlande) | Silber Miho Takagi (Japan) | Bronze Antoinette de Jong (Niederlande)

Massenstart
Verheißungsvoll begann der Massenstart für Michelle. In der zwei­ten Punktwertung kam sie als zwei­te ins Ziel und errang damit zwei Punkte. Doch dann blieb sie mit ihren Skates an der Chinesin Dan Guo hän­gen und stürz­te. Verzweifelt ver­such­te sie, wie­der auf die Beine zu kom­men, doch das Eis mach­te ihr einen Strich durch die Rechnung. Letztlich kam Michelle als Elfte ins Ziel und ver­pass­te damit das Finale.

Gold Irene Schouten (Niederlande) | Silber Ivanie Blondin (Kanada) | Bronze Francesca Lollobrigida (Italien)

 

Felix Rijhnen – Eisschnelllauf
5.000 m
Der Eisschnellläufer Felix Rijhnen beleg­te bei sei­nem olym­pi­schen Debüt im Finale über 5.000 Meter Rang 13. Felix, der in den ver­gan­ge­nen Jahren gro­ße Erfolge als Inlineskater gefei­ert und als ers­ter deut­scher Skater den Berlin Marathon 2019 gewon­nen hat­te, been­de­te sei­nen Finallauf in Peking in 6:19,68 Minuten. Der schwe­di­sche Olympiasieger Nils van der Poel benö­tig­te 6:08,84 Minuten.

Gold Nils van der Poel (Schweden) | Silber Patrick Roest (Niederlande) | Bronze Hallgeir Engebraaten (Norwegen)

Massenstart
Im Massenstart geht es nicht um die Zeit - son­dern „Mann gegen Mann“. Das Finale der Männer in der Eisschnelllaufhalle "The Ice Ribbon“ fand ohne deut­sche Eisschnellläufer statt. Felix konn­te in den 16 Runden kei­ne Punkte erlau­fen. Er ver­pass­te somit als 14. sei­nes Halbfinales den Endlauf. Im Nachgang wur­de er sogar wegen eines Regelverstoßes disqualifiziert.

Gold Bart Swings (Belgien) | Silber Jae Won Chung (Südkorea) | Bronze Seung Hoon (Südkorea)