Mehr Geld für deutsche Spitzensportler

Die monat­li­che Grundförderung für deut­sche Spitzensportler wird deut­lich erhöht. Das teil­te der Informationsdienst „Heute im Bundestag“ (hib 570/2019) in der vori­gen Woche (15. Mai) in der fol­gen­den Meldung über die Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages mit.
Als Olympiakader oder Paralympics-Kader ein­ge­stuf­te Athleten erhal­ten rück­wir­kend zum 1. Januar 2019 monat­lich 800 Euro statt bis­lang 300 Euro. Olympische und paralym­pi­sche Perspektivkader erhal­ten statt 300 Euro 700 Euro. Auch Deaflympics-Kader (Gehörlosensportler) wer­den in die erhö­he Grundforderung ein­be­zo­gen. Hinzukommen kön­nen – wie bis­her – in allen Bereichen die zusätz­li­chen Förderbausteine der Stiftung Deutsche Sporthilfe , wie etwa das Deutsche Bank Sport-Stipendium (400 Euro), die Mercedes-Benz Elite-Förderung (400 Euro) sowie die ElitePlus-Förderung (1000 Euro) und die Nachwuchselite-Förderung (200 Euro).
Ein guter Tag für den deut­schen Spitzensport sei dies, sag­te der für den Sport zustän­di­ge Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) im Sportausschuss bei der Vorstellung der zwi­schen Bundesinnenministerium (BMI) und der Stiftung Deutsche Sporthilfe, die die direk­te Athletenförderung über­nimmt, erreich­ten Verständigung. Der Bundestag habe 2019 sie­ben Millionen Euro aus dem Haushalt für die direk­te Athletenförderung bereit­ge­stellt. Diese Mittel wür­den nun verstetigt.
Seehofer sprach von einem „ech­ten Paradigmenwechsel in der Spitzensportförderung“. Die Athleten soll­ten so in die Lage ver­setzt wer­den, ohne grö­ße­re finan­zi­el­le Sorgen ihren Spitzensport aus­zu­üben. Damit fol­ge man dem Motto der Spitzensportreform, laut dem die Athleten im Mittelpunkt stehen.
Nach 235 Millionen Euro im Jahr 2019 sehe der Eckwertebeschluss für den Haushalt 2020 auch vor dem Hintergrund der Entsendekosten für die Mannschaften der Olympischen und der Para-lympischen Spiele mehr als 245 Millionen Euro für den Sport vor, sag­te der Minister. Wichtig sei ihm auch die Feststellung, dass die Bundesmittel für die Special Olympics World Games 2023 in Berlin steigen.
Gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sei auch eine ein­ver­nehm­li­che Lösung in der Frage der Förderung der Bundesstützpunkte erreicht wor­den, sag­te der Innenminister. So könn­ten Stützpunkte, „die aktu­ell kei­ne Medaillenanwärter haben“, auch nach dem Jahr 2020 geför­dert wer­den, „wenn sie ihre Hausaufgaben machen“. Eine breit gefä­cher­te Stützpunktstruktur, so Seehofer, sei auch ein Beitrag zur Strukturpolitik und auch unter dem Gesichtspunkt der gleich­wer­ti­gen Lebensverhältnisse zu sehen.
Großer Wert wer­de auch auf den Breitensport sowie die Schaffung und Erhaltung moder­ner Sportstätten gelegt, sag­te Seehofer. Da die dafür zur Verfügung ste­hen­den Programme „hoff­nungs­los über­zeich­net sind“, wer­de das BMI „gemein­sam mit dem Sportausschuss“ ver­su­chen, die­se Programme zu ver­ste­ti­gen oder gar aus­zu­bau­en, kün­dig­te er an.
Michael Ilgner, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Sporthilfe, sprach von einem epo-chalen Schritt. Es hand­le sich um eine erheb­li­che Aufstockung der finan­zi­el­len Unterstützung ins­be­son­de­re für Athleten, die nicht Sportförderstellen bei Bundeswehr, Polizei oder Zoll besä­ßen. Gemeinsam mit den ange­stie­ge­nen Förderprogrammen durch die Wirtschaft wer­de man dem Ziel, mög­lichst vie­len Athleten eine monat­li­che Unterstützung von 1000 bis 1200 Euro im Monat zusa­gen zu kön­nen, sehr nahe kom­men, sag­te Ilgner. Das sei ähn­lich dem, was im inter­na­tio­na­len Bereich – etwa in Großbritannien – als erfor­der­lich ange­se­hen wer­de. Einen Wettbewerbsvorteil für deut­sche Spitzensportler sah der Sporthilfe-Chef zudem in der Bindung zur Wirtschaft im Zusammenhang mit der „dua­len Karriere“.
In einer Stellungnahme des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zu der Meldung heißt es: „Der DOSB hat sich gemein­sam mit der Sporthilfe für die direk­te Athletenförderung durch den Bund ein­ge­setzt. Für uns ist sie ein ele­men­ta­rer Bestandteil der Leistungssportreform, um bes­te Bedingungen für die Athletinnen und Athleten zu schaf­fen, die im Fokus der Reform stehen.“

Quelle: DOSB-PRESSE