Feierliche Verabschiedung: Zehn Berlinerinnen und Berliner leben großen Olympia-Traum

TEAM BERLIN PYEONGCHANG: Claudia Pechstein reist zu ihren sieb­ten Winterspielen. Kehrt die Eisschnellläuferin mit ihrer zehn­ten Medaille zurück?
Los geht’s – vom Brandenburger Tor nach PyeongChang! Im Max Liebermann Haus neben dem welt­be­rühm­ten Berliner Wahrzeichen hat die Hauptstadt ihre Teilnehmer an den Olympischen Winterspielen 2018 fei­er­lich ver­ab­schie­det. Zehn Berlinerinnen und Berliner star­ten vom 9. bis 25. Februar in PyeongChang. Zur Verabschiedung gela­den hat­ten der Olympiastützpunkt Berlin und die Berliner Sparkasse gemein­sam mit dem Senat von Berlin und dem Landessportbund Berlin.

Ich applau­die­re Ihnen schon jetzt zu Ihren groß­ar­ti­gen Leistungen und hof­fe, dass Sie die sport­li­chen Ziele errei­chen wer­den, die Sie sich gesetzt haben. Auch hof­fe ich, dass Sie Korea wäh­rend der Spiele als ein Land ken­nen­ler­nen, das Sie ger­ne noch ein­mal besu­chen möch­ten“, sag­te Dr. Bum Goo Jong, Botschafter der Republik Korea in Deutschland. Auch Christian Gaebler, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Gerhard Böhm, Abteilungsleiter Sport im Bundesministerium des Innern, Klaus Böger, Präsident des Landessportbundes Berlin, und Olympiastützpunktleiter Dr. Harry Bähr wünsch­ten den drei Athletinnen und sie­ben Athleten viel Erfolg.

18 Medaillen haben Berliner Sportlerinnen und Sportler seit 1988 bei olym­pi­schen Winterspielen gewon­nen, dar­un­ter zehn­mal Gold. Die Hälfte der Medaillen gehen auf das Konto von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Die 45-Jährige ist die ers­te Deutsche, die an sie­ben Olympischen Winterspielen teil­nimmt. Mit neun Medaillen (5 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze) ist die schnel­le Berlinerin zudem auch die erfolg­reichs­te deut­sche Winter-Olympionikin aller Zeiten. Claudia Pechstein ist aus Berliner Sicht auch eine der größ­ten Medaillenhoffnungen in PyeongChang – und unter den deut­schen Fahnenträger-Kandidaten für die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele!

Bis zum 4. Februar kön­nen Fans im Internet auf www.teamdeutschland.de abstim­men. Auch die Athleten der deut­schen Mannschaft kön­nen wäh­len (Wertung je 50 Prozent). „Wenn ich bei mei­ner sieb­ten Olympiateilnahme nun die deut­sche Fahne ins Stadion tra­gen dürf­te, wür­de sich ein gro­ßer Traum erfül­len“, sag­te die Berliner Ausnahme-Sportlerin. „Das wäre eine gro­ße Ehre und Motivation pur.“

Das TEAM BERLIN PYEONGCHANG

In 15 Sportarten fal­len in PyeongChang an 18 Wettkampftagen 102 Entscheidungen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ent­sen­det ins­ge­samt 154 Athleten (58 Frauen/96 Männer) nach Südkorea. Die vier Sportarten, in denen die zehn Berlinerinnen und Berliner star­ten, sind Bobsport, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf und Eishockey. Zum TEAM BERLIN PYEONGCHANG gehö­ren neben Claudia Pechstein auch Michelle Uhrig und Nico Ihle (Eisschnelllauf), Paul Fentz sowie Annika Hocke und Ruben Blommaert (Eiskunstlauf), Frank Hördler, Jonas Müller und Marcel Noebels (Eishockey) und Eric Franke (Bob). Das Berliner Eisschnelllauf-Ass Claudia Pechstein tritt in PyeongChang über 3.000 m und 5.000 m an. Neben der ange­streb­ten Einzelmedaille soll auch im Team-Wettbewerb eine Überraschung gelin­gen: An Pechsteins Seite hofft unter ande­ren Michelle Uhrig auf einen Platz im Dreier-Team. Auch der häu­fig in Berlin trai­nie­ren­de Chemnitzer Nico Ihleist in Südkorea am Start. Der 32-Jährige geht über 500 m und 1.000 m auf Medaillenjagd.

Deutschlands bes­ter Eiskunstläufer kommt aus Berlin. Paul Fentz (25) begann im Alter von drei Jahren mit dem Eislaufen. Im Dezember 2017 fei­er­te Paul Fentz sei­nen ers­ten Deutschen Meistertitel und sicher­te sich damit das begehr­te Olympia-Ticket. Zwei Berliner Eiskunstlaufpaare – ein Olympia-Ticket: Minerva Hase und Nolan Seegert sowie Annika Hocke und Ruben Blommaert kämpf­ten mona­te­lang um einen frei­en Platz im Team für PyeongChang. Annika Hocke und Ruben Blommaert set­zen sich schließ­lich durch. Dabei sind die 17-jährige Schülerin und der 25-jährige Sportsoldat erst seit einem Jahr ein Team. Bereits in ihrem aller­ers­ten Wettkampf lie­fen Annika Hocke und Ruben Blommaert die Olympia-Norm.

Drei Berliner Eisbären machen sich auf die Reise nach PyeongChang: Frank Hördler (32) und Jonas Müller (22) gehö­ren schon län­ger fest zum Kader der Eishockey-Nationalmannschaft, über­ra­schend schaff­te auch Marcel Noebels (25) den Sprung ins Olympiateam. „Ein Kindheitstraum ist wahr gewor­den", sag­te der Angreifer.

Auch im Bobsport mischt die Sportmetropole mit. Eric Franke, Anschieber im Viererbob von Nico Walther, steigt mit Medaillenchancen in den Flieger nach Südkorea.

Dr. Harry Bähr, Leiter Olympiastützpunkt Berlin: „Ich freue mich sehr, dass es wie­der eine zwei­stel­li­ge Anzahl der Sportlerinnen und Sportler aus dem Berliner Team für PyeongChang in die deut­sche Olympiamannschaft geschafft hat. Am Olympiastützpunkt wer­den alle Mitarbeiter den Athletinnen und Athleten die Daumen drü­cken. Wir wün­schen ihnen nach har­ter Arbeit in der Vorbereitung viel Erfolg in PyeongChang. Über Edelmetall wür­den wir uns natür­lich freu­en. Eine bis zwei Medaillen sind eine rea­lis­ti­sche Zielstellung.“