Willkommen zuhause! Berliner Olympiateilnehmer*innen im Roten Rathaus begrüßt

Die Berliner Teilnehmenden an den Olympischen Winterspielen 2022 sind zurück in der Sportmetropole. Am 23. Februar wur­den sie von der Regierenden Bürgermeisterin, ver­tre­ten von Sportstaatssekretärin Dr. Nicola Böcker-Giannini, offi­zi­ell in Berlin begrüßt.

Die Senatskanzlei und der Olympiastützpunkt Berlin hat­ten zum tra­di­tio­nel­len "Welcome Home"-Event in den Festsaal des Roten Rathauses gela­den. Das Berliner Team besteht aus ins­ge­samt zehn Aktiven in den drei Sportarten Eiskunstlauf (3), Eisschnelllauf (3) und Eishockey (4). Acht Olympia-Teilnehmende tru­gen sich heu­te im Roten Rathaus in das Gästebuch der Stadt ein.

Sportstaatssekretärin Dr. Nicola Böcker-Giannini: "Die Berlinerinnen und Berliner sind stolz auf ihre Topathletinnen und -ath­le­ten. Einmal mehr waren sie mit ihrem Engagement und ihren Leistungen wich­ti­ge Botschafterinnen und Botschafter des Sports und der Sportmetropole Berlin im In- und Ausland. Vielen Dank, dass Sie unse­re Stadt so gut reprä­sen­tiert haben!"

Für Claudia Pechstein waren es ganz beson­de­re Olympische Winterspiele. Bei ihrer ach­ten Olympiateilnahme führ­te Deutschlands bes­te Eisschnellläuferin als Fahnenträgerin gemein­sam mit Francesco Friedrich das Team D bei der Eröffnungszeremonie an. "Das ist Krönung mei­ner Karriere - und für mich mehr wert als alle mei­ne olym­pi­schen Medaillen", sag­te Claudia Pechstein, die vor 30 Jahren die ers­te ihrer ins­ge­samt neun Medaillen (5 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze) gewon­nen hat­te. Am gest­ri­gen Dienstag fei­er­te sie ihren 50. Geburtstag. In Peking hat­te sie sich weni­ge Tage zuvor selbst beschenkt: Zum Abschluss der Eisschnelllauf-Wettbewerbe wur­de sie im Massenstartrennen Neunte. "Ich woll­te unbe­dingt ins Finale kom­men - das Ziel habe ich erreicht. Ein run­der Abschluss für mei­ne ach­ten Spiele. Einfach geni­al. Ich habe gezeigt, dass ich in mei­nem Alter noch leis­tungs­fä­hig bin. Ich bin da sehr, sehr stolz auf mich", sag­te Claudia Pechstein.

Wie Claudia Pechstein hat­ten auch Minerva Hase (22) und Nolan Seegert (29) in Peking eine Top-Ten-Platzierung ange­peilt - doch das sport­li­che Abschneiden des Berliner Eiskunstlaufpaars wur­de zur Nebensache. Ein posi­ti­ver Coronatest bei Nolan Seegert ver­hin­der­te eine opti­ma­le Vorbereitung. Der Berliner muss­te als ers­ter Athlet des deut­schen Teams ins Quarantäne-Hotel ein­zie­hen. Zehn Tage spä­ter durf­te er das klei­ne Zimmer wie­der ver­las­sen. Das Berliner Duo schaff­te anschlie­ßend zwar den Sprung ins Finale, lan­de­ten dort aber auf dem 16. Rang. Nolan Seegert waren die Folgen der Quarantäne deut­lich anzu­mer­ken, er war weder kon­di­tio­nell noch men­tal in der Lage, sei­ne Partnerin wie gewohnt über das Eis zu füh­ren. "Irgendwann ging es nicht mehr wei­ter. Der Akku war ein­fach leer", sag­te Nolan Seegert. "Wir rei­sen in Topform an - und dann muss Nolan in Quarantäne. Es ist ein­fach bit­ter", sag­te Minerva Hase, die den Blick im Roten Rathaus aber schon wie­der auf die Weltmeisterschaft in drei Wochen in Frankreich rich­te­te: "Wir neh­men jetzt ein paar Tage frei, ver­su­chen alles zu ver­dau­en. Aber dann set­zen wir den vol­len Fokus auf die WM."

Der Berliner Eiskunstläufer Paul Fentz (29) wur­de mit sei­nem Olympiaauftritt (Kurzprogramm Einzel) Neunter, Eisschnellläufer Felix Rijhnen (31) beleg­te bei sei­nem olym­pi­schen Debüt im Finale über 5.000 Meter Rang 13 und wur­de in sei­nem Massenstart-Halbfinale Vierzehnter. Eisschnellläuferin Michelle Uhrig (26) beleg­te - zehn Monate nach Operationen an bei­den Knien als Folge eines Radunfalls - über die 1.500 Meter den 25. Platz. "Das war der bes­te Lauf der Saison, und das zum rich­ti­gen Zeitpunkt, zu den Olympischen Spielen. Besser hät­te es nicht lau­fen kön­nen." sag­te Michelle Uhrig, die bei ihrem zwei­ten Auftritt nach star­kem Beginn im Massenstart stürz­te und auf dem neun­ten Platz landete.

Vier Jahre nach dem sen­sa­tio­nel­len Gewinn der olym­pi­schen Silbermedaille in Pyeongchang war für das deut­sche Eishockey-Team mit den Berliner Eisbären Jonas Müller (26), Mathias Niederberger (29), Marcel Noebels (29) und Leonhard Pföderl (28) dies­mal nach einem 0:4 gegen die Slowakei schon vor dem Viertelfinale Endstation. "Aus sport­li­cher Sicht waren die Olympischen Spiele für uns lei­der nicht zufrie­den­stel­lend. Aber trotz­dem war die Zeit in Peking ein unver­gess­li­ches Erlebnis, sag­te Mathias Niederberger von den Eisbären Berlin.

Thomas Härtel, Präsident des Landessportbunds Berlin: "Das gesam­te Team D hat einen groß­ar­ti­gen Erfolg bei den Olympischen Winterspielen errun­gen. Wir gra­tu­lie­ren allen Athletinnen und Athleten - auch jenen, die dies­mal kei­ne Medaille gewin­nen konn­ten - zu ihren beacht­li­chen Leistungen. Sie alle haben unser Land und unse­re Stadt bei den Weltspielen des Sports wür­dig ver­tre­ten. Dafür dan­ken wir ihnen. Ganz beson­ders gra­tu­lie­ren wir der Berlinerin Claudia Pechstein zu ihrer sport­li­chen Leistung. Sie hat an ihren ach­ten Olympischen Spielen teil­ge­nom­men, ins­ge­samt fünf­mal Gold gewon­nen und zuletzt als Fahnenträgerin ein Zeichen gesetzt."

Dr. Harry Bähr, Leiter des Olympiastützpunktes Berlin: "Einen bedeu­ten­den Moment haben wir aus Berliner Sicht gleich zum Beginn der Olympischen Spiele erlebt. Mit Claudia Pechstein als Fahnenträgerin wur­de eine beson­de­re olym­pi­sche Karriere gewür­digt - acht Olympiateilnahmen und neun olym­pi­sche Medaillen sind Rekorde, die für eine außer­ge­wöhn­li­che Energieleistung ste­hen. Unsere Medaillen-Hoffnung ruh­te dies­mal auf dem deut­schen Eishockey-Team, in dem Berlin mit vier Eisbären stark ver­tre­ten war. Nach dem Erfolg in Pyeongchang und guten Spielen auf dem Weg nach Peking gelang es im olym­pi­schen Turnier lei­der nicht, das vor­han­de­ne Potential der Mannschaft erfolg­reich umzu­set­zen. Für die gemisch­te Bilanz im Eisschnelllauf und im Eiskunstlauf gibt es vie­le Gründe. Verletzungsprobleme in der Vorbereitung und beson­ders die Coronaerkrankung von Nolan Seegert haben die Erfolgschancen deut­lich beein­träch­tigt. Dies kann aber nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass wir in die­sen bei­den Sportarten grund­sätz­li­chen Reformbedarf haben. Die Rahmenbedingungen in Berlin sind wei­ter­hin gut. Gemeinsam mit den Spitzenverbänden und dem Landessportbund Berlin muss es uns gelin­gen, die Arbeit der Trainerteams bes­ser zu orga­ni­sie­ren und so den lan­gen Weg von jun­gen Talenten zu Olympischen Spielen wir­kungs­vol­ler zu begleiten."