Sportliche Ergebnisse - Februar und März 2016

Die hei­ße Phase vor den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro hat begon­nen. Welche Berliner Sportler qua­li­fi­zie­ren sich für Rio? Für wel­che Athleten platzt der gro­ße Traum von Olympia? Furios star­te­ten unse­re Wasserspringer in die Saison. Beim Weltcup in RIO wur­den bis auf einen alle Startplätze für den DSV ersprun­gen. Glückwunsch an Patrick Hausding, Nora Subschinski, Maria Kurjo und Elena Wassen. Auf Olympia-Kurs sind auch Berliner Segler, wie Oliver Szymanski, Victoria Jurczok und Anika Lorenz. Die deut­schen Handballer haben ihr Rio-Ticket mit dem EM-Triumph in Polen bereits gelöst; mit dabei der „Fuchs" Fabian Wiede.

 

Bogenschießen
Erster WM-Titel für die Berliner Bogenschützin Lisa Unruh. Die 27-Jährige Bundespolizistin behielt im Finale der Hallen-WM im tür­ki­schen Ankara die Nerven und setz­te sich im Stechen gegen Natalia Lesniak aus Polen durch. Die zwei­ten Berliner Nationalschützin, Karina Winter beleg­te in der Einzelkonkurrenz den ach­ten Platz.

 

Boxen
Beim 43. Chemiepokal der Amateur-Boxer in Halle (Saale) stan­den in sechs der zehn olym­pi­schen Gewichtsklassen acht deut­sche Boxer im Finale, dar­un­ter auch Abass Baraou. Abass besieg­te im Weltergewicht-Halbfinale den Kasachen Ilya Ochkin. Sein Finalgegener, der Schweriner Araik Marutjan, konn­te ver­let­zungs­be­dingt nicht antre­ten. Daher gewann Abass Baraou den Titel kampf­los. Für die deut­schen Boxer ging es beim Chemiepokal auch um die Nominierungen für das letz­te inter­na­tio­na­le Olympia-Qualifikationsturnier in Samsun/Türkei (09.-17.04.2016Türkei). Der Deutsche Boxverband nomi­nier­te Omar El-Hag (bis 59 kg).

 

Eiskunstlauf
Keine Top-Ten-Platzierung für die deut­schen Herren bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Bratislava: Der deut­sche Meister Franz Streubel lan­de­te in der slo­wa­ki­schen Hauptstadt auf den 14. Platz, der Berliner Paul Fentz auf Rang 16. Der Deutsche „Serienmeister", Peter Lliebers, fehl­te ver­let­zungs­be­dingt.

 

Eisschnelllauf
Dreimal Platz vier bei der Einzelstrecken-WM im rus­si­schen Kolomna für Claudia Pechstein trotz über­zeu­gen­der Leistungen. Nach den 3.000 Meter lief Claudia Pechstein über 5.000 Meter eine bären­star­ken Zeit (6.58,99 Sekunden) - ihr fehl­ten ledig­lich drei Hundertstel zur Bronzemedaille.

In der Mannschaftsverfolgung kamen Claudia Pechstein, Gabi Hirschbichler und Roxanne Dufter eben­falls auf den vier­ten Rang. Auch hier fehl­ten nur 33 Hundertstelsekunden zur Bronzemedaille. Das Ziel von Bente Kraus, eine Top-Ten-Platzierung zu errei­chen, ging mit dem neun­ten Rang über 3.000 Meter und Rang sie­ben mit per­sön­li­cher Bestzeit über 5.000 Meter in Erfüllung.

Im Massenstart beleg­ten Claudia Pechstein - trotz muti­ger Offensive - und Bente Kraus in einem vom Ellbogeneinsatz bestimm­ten Rennen die Positionen 15 und 16.

 

Bei der Allround-WM auf ihrer Heimbahn in Berlin ver­pass­te Claudia Pechstein das Finale der bes­ten Acht. Die fünf­ma­li­ge Eisschnelllauf-Olympiasiegerin beleg­te im ent­schei­den­den 1.500m-Rennen in 1:59,69 Minuten den 13. Platz und durf­te somit im anschlie­ßen­den 5.000m-Lauf nicht star­ten.

 

 

Handball
Das Ticket für RIO 2016 haben die deut­schen Handballer bereits gebucht. Mit ihrem völ­lig über­ra­schen­den Triumph bei der Europameisterschaft in Polen qua­li­fi­zier­te sich die Nationalmannschaft mit dem Berliner „Fuchs" Fabian Wiede auch für Olympia. Das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson gewann sie­ben der acht Partien und besieg­te im Endspiel die favo­ri­sier­ten Spanier furi­os mit 24:17.

 

Judo
Große Erfolge und Rekordkulisse beim Judo Grand Prix 2016 in Düsseldorf. Mit einer Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen beleg­ten die DJB-Athleten am Ende Rang drei. Sven Maresch (bis 81 kg) muss­te sich ledig­lich im Finale Vorjahressieger Joachim Bottieau aus Belgien geschla­gen geben. Die WM-Dritte Luise Malzahn ver­lor in der Klasse bis 78 Kilogramm im Finale gegen Audrey Tcheumeo mit einer Wazaari-Wertung. Vize-Weltmeisterin Laura Vargas Koch sicher­te sich mit einer sou­ve­rä­nen Leistung in der Klasse bis 70 kg die Bronzemedaille. Sie gewann im klei­nen Finale gegen die Weltranglistenfünfte Sally Conway aus Großbritannien durch eine Würgetechnik.

 

Zuvor waren die DJB-Athleten im Rahmen der IJF-World-Tour beim Judo-Grand-Slam in Paris am Start. Luise Malzahn gewann den Kampf um Bronze in der Klasse bis 78 kg. Sven Maresch ver­lor im Achtelfinale gegen Ivaylo Ivanov aus Bulgarien. Carolin Weiß (über 78 kg) gewann einen Kampf, muss­te sich aber eben­falls im Achtelfinale geschla­gen geben. Bereits im Auftaktkampf unter­lag Laura Vargas Koch (bis 70 kg).

 

Moderner Fünfkampf
Das Olympiajahr 2016 begann für die Fünfkämpfer mit einem Paukenschlag. Lena Schöneborn und Annika Schleu haben beim Weltcup-Auftakt in Kairo mit dem ers­ten deut­schen Doppelsieg über­haupt für ein his­to­ri­sches Resultat gesorgt. Annika Schleu erreich­te mit dem zwei­ten Platz das bes­te Resultat ihrer Laufbahn.

Nach ihrem Sieg beim Weltcup-Auftakt in Kairo unter­strich Lena Schöneborn beim Weltcup in Rio de Janeiro ihre Ambitionen auf eine Olympia-Medaille. Sie prä­sen­tier­te sich beim Test-Wettkampf für die Sommerspiele in guter Form und wur­de Zweite. Annika Schleu muss­te sich mit dem 23. Platz begnü­gen.

 

Radsport
Das ange­streb­te WM-Ziel des deut­schen Bahnrad-Vierers, im „klei­nen Finale" um Bronze fah­ren, ver­fehl­te das BDR-Quartett in London mit dem 6.Platz. Der Vierer blieb zudem deut­lich über dem eige­nen deut­schen Rekord (3:57,166 Minuten). Dem eins­ti­gen Flaggschiff des Bundes Deutscher Radfahrer gelang es in kei­nem der drei WM-Läufe, unter der Vier-Minuten-Marke zu blei­ben (Bestzeit: 4:00,032 Min.) Bei der Besetzung des Vierers hat­te sich der BDR für Leif Lampater (Rosenheim), Theo Reinhardt (Berlin), Nils Schomber (Grevenbroich), Kersten Thiele (Sinsheim) und Domenic Weinstein (Donaueschingen) ent­schie­den.

 

Noch grö­ßer als bei den deut­schen Männern war die Enttäuschung bei den Frauen: Stephanie Pohl (Cottbus), Charlotte Becker (Berlin), Mieke Kröger (Bielefeld) und Gudrun Stock (München) kamen in der Qualifikation nur auf den zehn­ten Platz (4:32,398 Minuten) und schie­den aus.

 

Segeln
Die bei­den Berliner Seglerinnen Victoria Jurczok (25) und Anika Lorenz (25) haben bei der WM in der olym­pi­schen Bootsklasse „49erFX" Bronze gewon­nen. Vor der Westküste Floridas (USA) ver­pass­te das Duo vom „Verein Seglerhaus am Wannsee e.V." nur ganz knapp Silber. Für die bei­den Berlinerinnen bringt die Bronzemedaille wei­te­re wich­ti­ge Punkte im inner­deut­schen Wettstreit um das begehr­te Olympia-Ticket in die­ser Bootsklasse. Die Bronzemedaille von Jurczok/Lorenz war die bes­te deut­sche Platzierung.

Erik Heil und Thomas Plößel aus Berlin zäh­len als WM-Achte wei­ter­hin ver­läss­lich zu den Top Ten der 49er-Elite.

 

Der Berliner Oliver Szymanski (Joersfelder Segel-Club) hat gemein­sam mit sei­nem Steuermann Ferdinand Gerz (Seglerverein Wörthsee) den sieb­ten Platz bei der WM in der 470er-Klasse vor der argen­ti­ni­schen Küste bei San Isidro belegt. Mit Blick auf die olym­pi­sche Regatta im August vor Rio de Janeiro gehö­ren sie damit zu den Olympia-Hoffnungsträgern.

 

In der Damen-Konkurrenz der 470er reich­te es für das Berlinerin Vereinsboot mit Annika Bochmann und Marlene Steinherr (Verein Seglerhaus am Wannsee) nach unbe­stän­di­gen Wettfahrten ledig­lich zu Platz 16. Als letz­te Qualifikationsregatta in der 470er-Klasse gilt die Europameisterschaft vor Palma de Mallorca vom 5. bis 12. April.

 

Tischtennis
Bei der Mannschafts-WM in Kuala Lumpur sind die deut­schen Tischtennis-Damen, dar­un­ter die Berlinerin Petrissa Solja, im Viertelfinale am Vize-Weltmeister Japan geschei­tert. In der Vorrunde konn­ten die Europameisterinnen gegen die Asiatinnen über­ra­schend mit 3:2 die Oberhand behal­ten und auch einen 3:0-Zwischenrundenerfolg über Südkorea ver­bu­chen.

 

Petrissa Solja vom TTC Berlin Eastside steht in der Tischtennis-Weltrangliste nun kurz vor dem Einzug in die Top Ten. Die 21-Jährige besieg­te bei der Team-WM in Kuala Lumpur mit den Japanerinnen Kasumi Ishikawa und Ai Fukuhara sowie der Mixed-Weltmeisterin Yang Haeun aus Korea die Nummern vier, fünf und 14 der Weltrangliste und klet­ter­te im Ranking vom 17. auf den 13. Rang. Damit ist Petrissa Solja so gut plat­ziert wie noch nie zuvor.

 

Wasserspringen
Beim Weltcup in Rio de Janeiro kam es bei den Wasserspringern zum Showdown um die letz­ten Quotenplätze für die Olympischen Spiele. Gut 270 Athleten aus 50 Nationen gin­gen an den Start. Am Ende sicher­ten sich die DSV-Athleten, allen vor­an die Berliner Crew, acht der begehr­ten Olympia-Tickets. Zuvor hat­te der DSV bereits drei Startplätze sicher. Mit einem Paukenschlag begann der Weltcup: Patrick Hausding und Stephan Feck sieg­ten im Synchronspringen vom 3-m-Brett vor den chi­ne­si­schen Weltmeistern. Im glei­chen Wettbewerb reich­te bei den Frauen Tina Punzel und Nora Subschinski Platz sie­ben für die Olympia-Startberechtigung. Den sechs­ten Quotenplatz sicher­te Maria Kurjo vom Turm. Die jüngs­te im Team, die 15-jährige Elena Wassen, bescher­te dem DSV mit dem 20. Platz vom Turm eben­falls das Rio-Ticket. In einem Nervenkrimi haben Patrick Hausding und Sascha Klein mit Platz zwei im Synchronspringen vom Turm mehr als über­zeugt. Tina Punzel und Nora Subschinski hol­ten mit Platz 13 und 19 vom 3-m-Brett die Olympia-Quotenplätze zehn und elf. Aber auch der zwölf­te und letz­te Quotenplatz - im Turm-Synchron der Frauen - könn­te noch an den DSV gehen. Hier erfolgt die Entscheidung am „grü­nen Tisch". Christina Wassen und Tina Punzel spran­gen - eben­falls bei Sturm und Regen - mit 290,34 Punkten auf Rang sechs. Wer letzt­end­lich zu den Olympischen Spielen nach Rio fliegt, ent­schei­det sich erst bei den Deutschen Meisterschaften vom 16. bis 19. Juni im Europasportpark Berlin.

 

 

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