OSP Berlin erhält den 1. Preis der Robert-Enke-Stiftung

Erstmals hat die Robert-Enke-Stiftung den mit 17.500 Euro dotier­ten „Förderpreis Seelische Gesundheit im Nachwuchsleistungssport“ ver­lie­hen. Im Rahmen der NDR-Filmpreview „Robert Enke – Auch Helden haben Depression“ wur­den Anfang November im Theater im Aegi in Hannover drei Projekte aus­ge­zeich­net, die sich nach­hal­tig mit der see­li­schen Gesundheit von Nachwuchsleistungssportlern aus­ein­an­der­setz­ten. Der Förderpreis der Robert-Enke-Stiftung hono­riert Projekte, Maßnahmen und Konzepte von Nachwuchsleistungszentren (NLZ) im Fußball, Olympiastützpunkten (OSP), Sportinternaten oder -ver­ei­nen aus, die sich im Hinblick auf die Prävention, Diagnostik oder Behandlungsstruktur für eine nach­hal­ti­ge Auseinandersetzung mit der see­li­schen Gesundheit ihrer Nachwuchsleistungssportlerinnen und -sport­lern ein­ge­set­zen.

Der ers­te Preis ging an den Olympiastützpunkt Berlin. Unsere Psychologin Monika Liesenfeld und Psychotherapeutin Dr. Brit Wilsdorf wur­den für ihre enga­gier­te Arbeit als Sportpsychologinnen im OSP aus­ge­zeich­net. Die Besonderheit in der Arbeit der Kolleginnen ist die Verbindung aus sport­psy­cho­lo­gi­schem Service und psy­cho­the­ra­peu­ti­schem Angebot, um die Bundeskaderathletinnen und - ath­le­ten prä­ven­tiv „auf­fan­gen“ zu kön­nen. Die Schnittstellenarbeit zwi­schen Sportpsychologie und Psychotherapie ist zudem nied­rig­schwel­lig.

Die TSG 1899 Hoffenheim beleg­te mit ihrer Darstellung eines Konzepts zum gesun­den Umgang mit Stress den zwei­ten Platz. Der drit­te Preisträger, das Sportinternat Knechtsteden, bie­tet sei­nen jugend­li­chen Nachwuchsleistungssportlern eine unab­hän­gi­ge Bezugsperson, die psy­cho­lo­gi­schen Rat geben kann.

Von den ins­ge­samt 18 Bewerbern taten sich die drei Preisträger jeweils unter ihres­glei­chen her­vor: die TSG 1899 Hoffenheim unter den NLZs im Fußball, der Olympiastützpunkt Berlin unter den OSPs und das Sportinternat Knechtsteden unter den Vereinen und Sportinternaten.

Der Präsident des FC Bayern München, der zuvor bei der Podiumsdiskussion neben Teresa Enke mit anschau­li­chen wie anteil­neh­men­den Erzählungen über den frü­he­ren Nationalspieler und Bayern-Profi Sebastian Deisler ein kon­kre­tes Bild des Krankheitsbildes Depression gezeich­net hat­te, stock­te die Zuwendung des Förderpreises mit einer Privatspende auf 30.000 Euro auf. Durch das finan­zi­el­le Engagement von Uli Hoeneß war es der Robert-Enke-Stiftung mög­lich, alle drei aus­ge­zeich­ne­ten Projekte mit jeweils 10.000 Euro zu prä­mie­ren. Weitere 12.500 Euro stellt Hoeneß der Robert-Enke-Stiftung für die Aufklärungsarbeit der Krankheit Depression zur Verfügung.

Teresa Enke, Vorstandsvorsitzende der Robert-Enke-Stiftung: „Ich bin Uli Hoeneß sehr dank­bar, dass er mit sei­ner Spendenbereitschaft sofort erkannt hat, wel­che Bedeutung der Förderpreis für jun­ge Sportlerinnen und Sportler hat. Denn hier­mit machen wir das viel­fäl­ti­ge Engagement des Leistungssports für see­li­sche Gesundheit in Deutschland sicht­bar.“

Jan Baßler, Geschäftsführer der Robert-Enke-Stiftung, über die Vorstandsentscheidung der Preisträger: „Die Zusammenarbeit der Sportpsychologin und der Psychotherapeutin am Olympiastützpunkt Berlin hat uns stark an die Anfänge der Stiftung erin­nert. Eine Gemeinsamkeit unse­rer Arbeit liegt in den nied­rig­schwel­li­gen Angeboten. Vor allem des­halb haben wir uns für den Olympiastützpunkt Berlin als ers­ten Preisträger ent­schie­den. Ich möch­te aber beto­nen, dass es eine unheim­lich knap­pe und auch schwe­re Entscheidung war. Der Vorstand um Teresa Enke hat sich sehr schwer getan, weil sich alle Preisträger dadurch aus­ge­zeich­net haben, dass sie durch hohen Eigeneinsatz ein sen­si­bles Thema vor­an­trei­ben möch­ten. Bei Durchsicht der Bewerbungsunterlagen kann man nur zu dem Entschluss kom­men, dass sich die ver­gan­ge­nen zehn Jahre im Leistungssport sehr wohl etwas ver­än­dert hat.“

Über die Vergabe des Preises ent­schied der Vorstand der Robert-Enke-Stiftung auf Grundlage der Empfehlung einer inter­dis­zi­pli­när beset­zen Prüfungskommission. Dieser gehör­ten Prof. Dr. Petra Garlipp (Referat Sportpsychiatrie/-psychotherapie der DGPPN), Frauke Wilhelm (Sportpsychologin FC St. Pauli, DFB U19-Nationalmannschaft) und Markus Miller (Torwarttrainer Karlsruher SC) an. Die Prüfungskommission hat sich ehren­amt­lich für den Förderpreis enga­giert.

Über die Robert-Enke-Stiftung:
Die gemein­nüt­zi­ge Stiftung unter­stützt Projekte, Maßnahmen und Einrichtungen, die über Herzkrankheiten von Kindern sowie Depressionskrankheiten auf­klä­ren und deren Erforschung oder Behandlung die­nen. Initiatoren sind der Deutsche Fußball-Bund e.V. (DFB), der DFL e.V. und die Hannover 96 GmbH & Co. KG.

 

Foto: Oliver Vosshage
Dr. Brit Wilsdorf, Monika Liesenfeld und Dr. Harry Bähr (alle OSP Berlin), Uli Hoeneß, Teresa Enke, Prof. Dr. Jan Mayer und Jan Spielmann (bei­de TSG Hoffenheim), Henning Heinrichs und Thomas Nuyen (bei­de Sportinternat Knechtsteden), Jan Baßler.