European Games 2019 – Minsk

Dienstag, 02. Juli 2019


Zum zweiten Mal nach 2015 fanden die European Games statt. Nach Baku war nunmehr Minsk (Weißrussland) Austragungsort der kontinentalen Spiele. Vom 21.06. bis 30.06.2019 kämpften über 4.000 Athletinnen und Athleten in 15 Disziplinen in 200 Wettbewerben um Medaillen. Darunter waren klassische Sportarten wie Leichtathletik, Radsport, Kanu oder Boxen vertreten. Aber auch „neuere“ Disziplinen wie Beachsoccer (Strandfußball), 3 x 3-Basketball oder Sambo (Kampfsportart) sorgten für Stimmung auf den Zuschauerrängen. In fünf Disziplinen – Bogenschießen, Kanu, Karate, Schießen, Tischtennis – ging es direkt um Olympiatickets für 2020 und im Boxen, Judo sowie Kanu wurden die Wettkämpfe als Europameisterschaften gewertet.

Die Berliner Bogenschützin Lisa Unruh trug bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne ins Dinamo-Stadion. Bei der Abschlussfeier kam die ehemalige Berliner Tischtennisspielerin Petrissa Solja diese Ehre zuteil.

Das deutsche Team ging mit 150 Athletinnen und Athleten an den Start, davon 16 Berlinerinnen und Berliner in sechs Sportarten. Am Ende rangierte das deutsche Team im Medaillenspiegel auf Rang 6 mit insgesamt 26 Medaillen (7 x Gold, 6 x Silber, 13 x Bronze). Auf Platz eins landete das russische Team mit insgesamt 109 Medaillen (44/ 23/ 42).

Hier die detaillierten Ergebnisse/Berichte der Berliner Teilnehmer:

Bogenschießen: Michelle Kroppen, Elena Richter, Lisa Unruh

Das deut­sche Recurve-Mixed-Team mit der in Berlin trai­nie­ren­den Michelle Kroppen und Cedric Rieger holte Bronze. Im Teamwettbewerb unterlagen Lisa Unruh, Elena Richter und Michelle Kroppen dem dänischen Team und verpassten knapp die Medaille. Trotzdem eine super Leistung, denn das deutsche Team musste zunächst ohne eigenes Material an den Start gehen. Das wurde von der Fluggesellschaft Belavia einfach am Flughafen in Frankfurt/Main vergessen…In den Einzeldisziplinen konnten alle drei Athletinnen ihre Erwartungen nicht erfüllen und qualifizierten sich nicht für das Finale.

Boxen: Abdulrahman Abu-Lubdeh, Hamsat Shadalov

Sei­ne ers­ten bei­den Kämpfe gewann Hamsat Shadalov (-60 kg) sou­ve­rän mit 5:0 WP gegen Artur Szachbazian (CZE) und den Türken Hakan Dogan. Im Viertelfinale kam das Aus gegen  Gabil Memedov aus Russland. Abu-Lubdeh Abdulrahman (-81 kg) gewann sei­ne bei­den Runden jeweils mit 3:2 WP gegen den Schweden Linidon Nuha und den Niederländer Artjom Kasparian. Danach ver­lor er gegen den Top-Favoriten Benjamin Wittacker (GBR) mit 4:1 WP. Damit schieden beide im Viertelfinale aus und rangierten am Ende auf Rang 5.

Judo: Luise Malzahn, Laura Vargas Koch

Nicht ganz zu friedenstellend verliefen die Wettkämpfe für die Judoka. Das deut­sche Mixed-Team ging hoch moti­viert und mit erfah­re­nen Athleten an den Start, dar­un­ter bei den Frauen Laura Vargas-Koch sowie Luise Malzahn. Im ers­ten Ländervergleich ver­lor die  Mannschaft gegen Österreich mit 2:4 und schied damit früh­zei­tig aus dem Team-Wettbewerb aus. Laura Vargas Koch verlor im Einzelwettbewerb bereits in der ersten Runde und schied eben­falls früh­zei­tig aus dem Wettbewerb aus. Luise Malzahn belegte Rang 5. Nach Siegen über Beata Pacut (Polen) und Madeleine Malonga (Frankreich) unterlag sie im Semifinale Klara Apotekar aus Slowenien und im Kampf um Bronze Loriana Kuka (Kosovo).

Kanu: Jacob Schopf, Lisa Jahn

Die ers­te Goldmedaille für das deut­sche Kanu-Team erkämpf­ten sich Max Hoff und Jacob Schopf im Zweier-Kajak über 1.000 m. Das „Generationen-Boot“, wie der DKV es nennt, mit dem 36-jährigen Essener Hoff und dem erst 20-jährigen Berliner Jacob Schopf pad­del­te lan­ge im Feld um die drit­te und vier­te Position mit. Durch ein star­kes Finish der bei­den auf den letz­ten 200 m fuh­ren sie an allen Konkurrenten vor­bei und sicher­ten sich den Titel. Völlig über­rascht war Lisa Jahn über den Gewinn der Silbermedaille im C1 über 200 m. Mit die­ser tol­len Leistung kam Lisa nun endgültig in der Weltspitze an. Im C2 über 500 m beleg­te sie bereits zuvor, gemein­sam mit Ophelia Preller, den vier­ten Platz.

Leichtathletik: Melanie Bauschke, Svea Köhrbrück, Marc Koch, Karolina Pahlitzsch
Das Leichtathletik-Team sicherte sich Bronze im Finale des neuen Formats „Dynamic New Athletics“. Nach acht Disziplinen, in denen für die ersten sechs Ränge Punkte vergeben wurden, sorgte die Verfolgungsstaffel mit 800 m, 600 m, 400 m und 200 m für die Entscheidung. Deutschland lag vor dem großen Staffel-Finale mit 52 Punkten punktgleich mit Tschechien auf Rang drei und konnte in der Verfolgung seinen Platz behaupten. An dem Erfolg des Deutschen Teams am Finaltag waren die Berlinerinnen Melanie Bauschke im Weitsprung und Karolina Pahlitzsch in der Mixed 4 x 400 m Staffel beteiligt.

 Tischtennis: Nina Mittelham, Xian Shiaona

Die deut­schen Tischtennis-Damen um die Berlinerinnen Xiaona Shan und Nina Mittelham gewannen, wie 2015, den Team-Wettbewerb und qualifizierten sich damit für Olympia 2020. Die Frauen von Bundestrainerin Jie Schöpp setz­ten sich im Finale gegen Rumänien glatt mit 3:0 durch. Das ers­te Duell ent­schie­den sie gegen Samara/ Dodean mit 3:2 Sätzen für sich.  Xiaona Shan sorg­te dann mit dem 3:1 gegen Dodean für die vor­zei­ti­ge Entscheidung. Zuvor besiegte das Team im Halbfinale Polen mit 3:2 in einem Dreieinhalb-Stunden-Krimi.
Mit den Siegen der Damen- und Herrenstaffel, der Mixed-Staffel, im Herren-Einzel und der Einzelmedaille bei den Damen sicherte sich Deutschland die maxi­ma­le Anzahl an Startplätzen für die Olympischen Spiele in Tokio 2020.