Page 33 - OSP Einblicke 2-2025
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OSP MAGAZIN 2/2025
Motivator. Ich pushe die Jungs, auch wenn ich auf stark, weil Eiszeiten in Berlin total knapp sind. Ich Foto: Micheline Veluvolu
der Bank sitze. Ich fahr dann mal rüber, sag kurz: kann da auch mal alleine aufs Eis gehen, Sachen
„Probier das mal so oder sieh das mal so.“ Ich ausprobieren, Musik rein und einfach üben. Die
glaube, ich habe ein gutes Gespür dafür, wer wann Physiotherapie nutze ich zweimal die Woche und
was braucht. die Cellagon Produkte sind top für die Ernährung.
Ich bin sehr dankbar.
Gibt es etwas, das man fürs Para-Eishockey Was sind die Ziele für Mailand?
unbedingt mitbringen muss? Als Mannschaft wollen wir uns bestmöglich prä-
Beidhändigkeit ist extrem wichtig, und du musst sentieren. Die Favoriten sind klar – USA, Kanada,
schnell sein. Viele haben eine Schokoseite, aber Tschechien, China. Ich bin ein Wettkampftyp, ich
beidhändig schnell zu sein, das ist der absolute will immer Gold holen, aber realistisch ist Platz vier
Schlüssel. Und Spielverständnis – weil wir ja nicht oder fünf.
rückwärts fahren können, musst du ständig wissen,
wo du am besten stehst, um anspielbar zu sein. Und persönlich?
Ich will die Erfahrung mitnehmen. Ich hab’s dreimal
Was war für dich die größte im Rudern versucht und immer knapp verpasst.
Umstellung? Jetzt will ich die Paralympics-Luft endlich mal
Definitiv der Wechsel vom Einzel- schnuppern.
zum Mannschaftssport. Beim Ru- Wie sicher ist deine Nominierung?
dern war ich meist im Einer, manch- Sicher ist es offiziell natürlich noch nicht, aber die
mal im Zweier unterwegs und jetzt Chancen stehen gut. Wir haben insgesamt 15 Feld-
bist du mit 15 Spielern gemeinsam spieler und zwei Torhüter. Dreizehn Plätze sind so
auf Tour. Die Dynamik und das gut wie vergeben, dazu zähle ich mich auch – und
Zusammenspiel waren am Anfang sechs weitere Spieler kämpfen noch um die letzten
ungewohnt. Ich bin jemand, der zwei Spots. Ganz fix ist es nicht, aber man kann
sehr strukturiert und zielorientiert schon ein bisschen hoffen.
trainiert, da braucht es manchmal
etwas Eingewöhnung, bis sich alles
zusammenfügt. Das funktioniert
inzwischen richtig gut – jeder bringt
seine Stärken ein, und genau das
macht unser Team so stark.
Du spielst für SHK Mustang Pardu-
bice in Tschechien und für den PEC
Berlin. Wie läuft das?
Ich bin vor kurzen von Sparta Prag
zu den Mustangs in Pardubitz ge-
wechselt. Wir haben etwa acht bis
zehn Liga-Wochenenden mit je
zwei Spielen. Die Saison läuft von
September bis Januar, danach eventuell Play-offs.
Ich verbringe nur die Spieltage am Wochenende in
Pardubitz. In der Woche trainiere ich in Berlin, ent-
weder beim PEC Berlin im P09 oder für mich allein
im Welli.
Du arbeitest auch noch Vollzeit nebenbei.
Wie bekommst du das alles unter einen Hut?
Ich arbeite bei Siemens im Homeoffice. Das klappt
super, weil mein Arbeitgeber mir da viel Freiheit
lässt. Solange die Arbeit gemacht wird, ist alles gut.
Ohne diese Flexibilität wäre das alles nicht möglich.
Wie unterstützt dich der Olympiastützpunkt Berlin?
Durch den OSP habe ich eine zusätzliche Eiszeit im
Welli bis Mitte Februar bekommen. Das ist richtig
Foto: Sven Vincke 33

