Schwimm-Weltmeisterschaft in Korea

Die 17. Weltmeisterschaft im Schwimmen fand in der Nambu University Halle in Gwangju statt. Der Deutsche Schwimmverband kehr­te mit 8 Medaillen zurück, davon zwei im Schwimmen, fünf im Freiwasserschwimmen und eine im Wasserspringen. Dabei avan­cier­ten die Freiwasserschwimmer zur erfolg­reichs­ten Nation. Berliner Athletinnen und Athleten waren im Wasserball und im Wasserspringen am Start. Hier die Ergebnisse:

Wasserball

Die deut­schen Wasserballer konn­ten bei ihrem WM-Comeback nach sechs Jahren mehr als über­zeu­gen und beleg­ten am Ende Rang acht. Die Vorrunde schloss das Team um Bundestrainer Hagen Stamm als Gruppenzweiter ab und erreich­te die Play-Off-Runde. Nach einem Unentschieden zu Beginn gegen Japan (9:9) und einem Sieg gegen Brasilien (15:8) ende­te die Vorrunde mit einer Niederlage gegen Italien mit 7:8. Aber eine Niederlage mit einem Tor reich­te aus. Bundestrainer Hagen Stamm rief sei­nem Team in den letz­ten Sekunden ent­ge­gen: "Das ist die schöns­te Niederlage, die wir je hat­ten!" Denn um Gruppenzweiter zu wer­den, durf­ten sie nicht mit mehr als zwei Toren Unterschied ver­lie­ren und das schaff­ten sie. Mit ihrem höchs­ten Sieg in der WM-Geschichte zogen die deut­schen Wasserballer erst­mals seit acht Jahren ins Viertelfinale ein. Das Team deklas­sier­te Südafrika mit 25:5 und erreich­te damit das ange­streb­te Ziel, zu den bes­ten acht Nationen der Welt zu gehö­ren. Eine denk­ba­re knap­pe Niederlage gegen Titelverteidiger Kroatien mit 8:10 ließ den Traum einer Medaille plat­zen. Im anschlie­ßen­den Platzierungsspiel gab es eine eben­so knap­pe Niederlage gegen Europameister Serbien mit 16:17 und dies erst im Fünfmeterschießen. Danach ließ die Kraft um Rang 7/8 spür­bar nach und das Team ver­lor gegen Griechenland mit 6:11.

Marko Stamm war dabei der "Hero" im deut­schen Team. Im Spiel gegen Japan ver­letz­te sich der Spieler von Spandau 04 (Außenbandriss im Sprunggelenk) und kam den­noch bei den dar­auf­fol­gen­den Wettkämpfen zum Einsatz. Im Spiel gegen Brasilien zeig­te er eine famo­se Energieleistung mit ins­ge­samt fünf Toren. Auf die Frage eines Journalisten, war­um er denn mit einem Bänderriss antrat, ant­wor­te­te er nur: „Wenn nicht hier bei einer WM, wann dann?“

Im 13-köpfigen Team waren die sie­ben Berliner Mateo Cuk, Maurice Jüngling, Ben Reibel, Lucas Gielen, Marin Restovic, Marko Stamm und Dennis Strelezkij.

Nach dem Verpassen von Olympia 2016 haben nun­mehr die Männer die Chance, im März 2020 beim Olympiaqualifikationsturnier eines der ins­ge­samt 12 Tickets zu lösen.

 

Wasserspringen

Im zehn­köp­fi­gen Team kamen allein sie­ben Wasserspringer aus der Sportmetropole Berlin. Die größ­ten Hoffnungen wer­den auch bei Olympia 2020 auf Rekordeuropameister Patrick Hausding lie­gen, der sei­ne vier­ten Sommerspiele angeht. Mit den Plätzen vier, gemein­sam mit Lars Rüdiger im 3m-Synchronwettbewerb (es fehl­ten ledig­lich 15 Punkte zu Bronze), fünf vom 1m-Brett und sechs vom 3m-Brett unter­strich er sei­ne Ausnahmestellung. Insbesondere im Finale vom 3m-Brett poker­te er hoch. Wegen des bereits siche­ren Olympia-Startrechts vom ganz gro­ßen Druck befreit, hat­te er sei­nen Schwierigkeitsgrad erhöht und sprang "alles oder nichts". Ein per­fek­ter Sprung im sechs­ten und letz­ten Durchgang hät­te ihn viel­leicht noch auf den Bronzerang kata­pul­tiert. Doch er patz­te und fiel vom vier­ten auf den sechs­ten Platz zurück. Der Abschlusstag der Titelkämpfe war die letz­te Chance, eine Medaille für den Deutschen Schwimmverband zu gewin­nen. Diese nutz­ten Tina Punzel und Lou Massenberg bra­vou­rös. Die amtie­ren­den Europameister beleg­ten Rang drei im Mixed-Wettbewerb vom 3m-Brett und muss­ten sich nur hauch­dünn den Sprungpaaren aus Australien und Kanada geschla­gen geben. Leider schaff­ten Christina Wassen und Maria Kurjo nicht den Sprung ins Finale vom 10m-Turm und damit auch nicht die direk­te Olympiaqualifikation. Christina beleg­te Platz 14 und Maria Platz 16. Beide qua­li­fi­zier­ten sich damit zwar für das Halbfinale, aber mit exakt den glei­chen Platzierungen war hier dann lei­der Endstation für sie. Maria sprang dann noch mit Lars Rüdiger im Team-Event (10m-Turm und 3-Brett). Hier erreich­ten bei­de mit 324,50 Punkten noch einen respek­ta­blen 8. Rang im nicht-olympischen Wettbewerb. Das Turmspringer-Duo Timo Barthel und Lou Massenberg sprang sou­ve­rän ins Finale. Im Vorkampf erreich­ten sie den sechs­ten Platz. Durch einen Patzer im Finale lan­de­ten sie am Ende auf Platz 10. Ebenso ins Synchron-Finale vom 10m-Turm spran­gen Christina Wassen und Tina Punzel mit dem 10.Platz. Dort konn­ten sie sich aller­dings nicht mehr stei­gern und beleg­ten am Ende Rang zwölf. Im Synchronspringen vom 3m-Brett ver­pass­ten Lena Hentschel und Tina Punzel nur knapp den Sprung ins Finale und schie­den im Vorkampf als 13. aus. Nicht für das Finale qua­li­fi­zier­ten sich Frithjof Seidel vom 1m-Brett und Lena Hentschel vom 3m-Brett.

Der DSV sicher­ten zwei von zwölf Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2020. Beim Weltcup im April gibt es die Chance, wei­te­re Tokio-Tickets zu lösen.